Wer kauft Sex? In der öffentlichen Debatte um Sexarbeit geht es häufig um sogenannte „Freier“, also männliche Kunden. Darüber, dass auch Frauen sexuelle Dienstleistungen kaufen, wird nicht gesprochen. Warum? Weil weibliche Sexualität ohnehin gern verschwiegen wird? Weil sie als „harmlos“ eingestuft wird im Gegensatz zur „bedrohlichen“ männlichen Sexualität?

Dass Frauen Sex kaufen, sorgt vor allem bei jenen für Verwirrung, die Sexarbeit als Wurzel allen Übels im Patriarchat abschaffen wollen. Wenn auch Frauen Sex kaufen, geht die Täter-Opfer-Logik nicht auf; Frauen sind nicht länger nur Opfer einer aggressiven männlichen Sexualität.

Frauen haben eine aktive, lebendige Sexualität und immer mehr Selbstverständnis dafür, was und wie es ihnen gefällt. Zu Sexarbeiter*innen zu gehen kann Teil dieser Befreiung sein!

Die „Reporter“ vom WDR funk waren bei mir: Reporterin Svenja Kellershohn hat mich an einem Nachmittag mit einer meiner Stammkundinnen begleitet. Ein warmherziger und aufgeschlossener Beitrag darüber, warum Frauen Sex kaufen, was diesen besonders macht, über die gesellschaftlichen Vorurteile gegenüber Sexarbeit und die Hürden, die Frauen und queere Menschen nehmen müssen, um ihren Sex zu leben. Und über die befreiende Kraft eines enttabuisierten Umgangs mit Sexualität.

Das Video siehst Du auf YouTube oder natürlich auch in meiner eigenen Videothek.